Großeinsatz der Feuerwehr in Fischerhude

Montagnachmittag, 16.20 Uhr: Plötzlich heulen im Gebäude der Brüning | Gruppe die Sirenen. Irritiert schauen sich die Mitarbeiter an, das ist ein Fehlalarm oder? Doch als sich erste Rauchschwaden und Brandgeruch im Erdgeschoss ausbreiten, wird der Ernst der Lage bewusst. „Feuer, alle raus hier!“ brüllt der Räumungsbeauftragte des Unternehmens, Ulf Büßenschutt. Während die Mitarbeiter die vorgeschriebenen Fluchtwege ins Freie nehmen, sucht er ordnungsgemäß alle Räume nach Personen ab. Als er sich als letzter Mann nach draußen begibt, ist es 16.22 Uhr. Der Qualm ist bereits bis ins Obergeschoss gezogen, die Sirenen im Dorf heulen und bei der Feuerwehr geht folgender Notruf ein: Ausgelöste Brandmeldeanlage, Alarmstufe B2 (Brandstufe 2 bedeutet Feuer/Wohnungsbrand).

Foto1Gute fünf Minuten später, um 16.27 Uhr, ist das erste Feuerwehrfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Fischerhude/Quelkhorn vor Ort. Die Mitarbeiter der Brüning | Gruppe stehen aufgeregt am Sammelplatz, gute 50 Meter vom Gebäude entfernt. Jetzt ist klar, vier Personen werden noch vermisst.

Foto2Nach 2 weiteren Fahrzeugen der Ortsfeuerwehr Fischerhude-Quelkhorn, treffen um 16.32 Uhr der erste RTW vom DRK Ottersberg sowie eine Drehleiter aus Oyten samt Mannschaftstransportfahrzeug am Ziel ein. Schnell haben sich die rund 50 Einsatzkräfte ein Bild von der Situation gemacht. 2 Trupps legen Atemschutzmasken an und bahnen sich den Weg in das mittlerweile total verqualmte Gebäude, um die Vermissten zu bergen. Ihre Kollegen sperren derweil die Landstraße komplett ab und bauen eine Wasserversorgung über zwei B-Leitungen aus einem Löschwasserbrunnen und einem Oberflurhydranten auf.

Um 16.35 Uhr wird die erste Person mit einer Rauchvergiftung im Erdgeschoss gefunden und nur 4 Minuten später folgt Person 2. Beide werden entsprechend in den Rettungswagen versorgt. Drei Fahrzeuge sind inzwischen vor Ort.

Unterdessen durchsuchen die Helfer das Obergeschoss und können zwei weitere Personen auffinden. Da jedoch das Treppenhaus im Hauptgebäude so stark verraucht ist und die Verletzten keinen zusätzlichen Gefahren ausgesetzt werden sollen, wird Person 3 um 16.41 Uhr mit der Drehleiter über den Balkon evakuiert. Person 4 ist mit einem Beinbruch nicht mehr gehfähig und wird um 16.51 Uhr auf der Trage ins Freie gebracht.

Glücklicherweise muss niemand aufgrund einer Verletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Ersthelfer erfüllen ihre Aufgabe so gut, dass bei den Patienten eine wahre Wunderheilung eintritt. Auch der Einsatz von Löschwasser ist nur im Außenbereich zur Abriegelung der Nebengebäude sowie über das Wenderohr der Drehleiter nötig. Im Gebäude machen die Feuerwehrleute schnell eine Nebelmaschine als Unglücksquelle aus und stellen diese entsprechend ab.

Spätestens in diesem Moment, ist wohl klar: Das ist „nur“ eine Übung. Eine Übung, über die im Vorfeld nur wenige Leute Bescheid wussten, und die gezeigt hat, worauf es im Ernstfall ankommt. Schließlich erklärt der Ortsbrandmeister Peper die Übung um 17.15 Uhr für beendet.

Nach einer abschließenden Lagebesprechung mit allen Einsatzkräften und Mitarbeitern der Brüning | Gruppe bedankt sich Arnd Brüning bei allen Beteiligten für das Geleistete und lädt alle zum Grillen ein. Die Mitarbeiter nutzen die Gelegenheit, den Feuerwehrmännern und -frauen zahlreiche Fragen zu stellen, und dürfen am Ende des Tages noch selbst den richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher üben.

 

Stimmen und Eindrücke der Beteiligten

Britta Seekamp (Buchhaltung Brüning | Gruppe und Opfer 1)
Ich befand mich in der Buchhaltung, direkt neben der fiktiven Feuerquelle. Die Nebelmaschine hat den Raum innerhalb kürzester Zeit so eingeräuchert, dass ich nur noch wenige Zentimeter weit gucken konnte. Ich war wirklich erleichtert, als mich die Feuerwehrleute gefunden und rausgebracht haben. Da möchte man sich gar nicht vorstellen, wie es einem ergeht, wenn man wirklich giftige Gase einatmet.

Franziska Hartz (Marketing Brüning | Gruppe und Opfer 3)
Ich habe mich auf der Toilette im Obergeschoss versteckt. Als alle raus waren, wurde es verdammt still im Gebäude, nur das monotone Piepen der Alarmanlage hörte nicht auf. Es war ein unbehagliches Gefühl. Schließlich holten mich 2 Feuerwehrleute raus, doch anstatt das Gebäude über die Treppe zu verlassen, wurde ich auf den Balkon gebracht, wo schon jemand mit der Leiter auf dem Weg nach oben war. Und das mit meiner Höhenangst. Naja irgendwie habe ich es ja dann heil runter geschafft, aber meine Hände zitterten noch eine ganze Weile. Eine interessante Erfahrung.

Patrick Häberle (Brüning | Logistik und Opfer 4)
Es ist verblüffend, was sich in so einem Fall im Kopf abspielt. Man liegt auf dem Boden und wartet auf Rettung und plötzlich hat man das Gefühl, dass Minuten zu Stunden werden.Da ich ganz hinten im Gebäude lag, habe ich vom Großteil der Übung nicht viel mitbekommen, außer dass ich draußen immer wieder Stimmen gehört habe. Als mich die Rettungskräfte dann nach draußen gebracht haben, war ich total beeindruckt von der Manpower, die hier im Einsatz war. Das war schon Wahnsinn, was die Männer und Frauen der freiwilligen Feuerwehr und des DRK geleistet haben und vor allem in welch kurzer Zeit.