Torf: Die Zukunft im Blick

Dass die Weltbevölkerung rapide wächst, ist kein Geheimnis. Wie sich die Entwicklung auf die künftigen Bedarfszahlen im Torfmarkt auswirkt, darüber haben Thorsten Meyer und Isabelle Eckhoff von Brüning | Euromulch vergangene Woche bei der Veranstaltung der International Peatland Society (IPS) in Rotterdam mehr erfahren.

Die IPS hatte auf das Hotelschiff SS Rotterdam eingeladen. Anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums gab es ein dreitägiges Vortragsprogramm rund um Themen der Zukunft im Torfabbau und in der Torfverwertung. Thorsten bringt ein aufrüttelndes Fazit mit nach Fischerhude: „Wir haben verschiedene Statistiken gesehen, die verdeutlichen, dass wir den Torfbedarf für den Erwerbsgartenbau in den kommenden Jahren nach aktuellem Stand nicht decken können – wir sind sogar weit davon entfernt.“

Thorsten führt aus: „Der weltweite Bedarf an Torf steigt von 2020 bis 2050 um 250 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Produktionszahl: allein in Deutschland von 7 Mio. Kubikmetern (2011) jährlich auf 5 Mio. Kubikmeter in 2020 und 700.000 Kubikmeter in 2040. Weltweit werden aktuell ca. 100 Mio. Kubikmeter Torf im Jahr produziert. Davon gehen 40 Mio. Kubikmeter in den Erwerbsgartenbau und ganze 60 Mio. Kubikmeter in die Verbrennung.“

Die weltweit zur Verfügung stehende Torfmenge habe sich übrigens im Zuge des Russland-Embargos von 500 Mio. Kubikmetern auf die aktuellen 100 Mio. Kubikmeter verringert, erzählt Thorsten. „Die jährliche Torfverbrennung liegt aber, wie gesagt, immer noch bei 60 Mio. Kubikmetern. Das ist zu viel! Sie muss drastisch zurückgehen – wir müssen umsichtig mit unseren endlichen Ressourcen umgehen. Es dauert Jahrtausende, bis neuer Torf entsteht.“

Die IPS-Tage in Rotterdam haben Thorsten und Isabelle gezeigt, dass ihr Umgang mit dem Produkt Torf der richtige ist, erklären sie. Brüning | Euromulch steht für transparente Torfentwicklung und ist künftig Mitglied der „Foundation Responsibly Produced Peat“.

Isabelle: „Das bedeutet, dass wir uns strikt an deren umweltschonende Vorgaben halten. Unser Torf kommt überwiegend aus Skandinavien, dem Baltikum und Deutschland. Wir arbeiten ganz bewusst ausschließlich mit Torf-Unternehmen zusammen, bei denen der Abbau umweltschonend abläuft und eine anschließende umfassende Renaturierung sichergestellt ist. Alles andere ist bei diesen Zukunftsaussichten verantwortungslos.“